
Wirtschaftsjunioren zu Besuch bei RKW in Philippsthal
„Man könnte damit auch ein Dach decken"
Wie es hinter fremden Werkstoren aussieht, erkunden immer wieder die Wirtschaftsjunioren Hersfeld-Rotenburg. Jüngst waren sie zu Besuch bei RKW, früher als „Werra-Plastic" bekannt.» PHILIPPSTHAL. - Den Namen „Werra Plastic" kennt jeder in Waldhessen. Noch heute ist der Name geläufig, der Begriff im Internet zu finden. Seit 40 Jahren wird im Werratal Kunststoffgranulat zu Folien verarbeitet. Heute wird unter dem Namen „RKW SE", als europäische Aktiengesellschaft, produziert, wobei RKW für „Rheinische Kunststoffwerke" steht. Harald Wegfarth, Leiter von Finance und Controlling im RKW-Werk Werra hatte den Besuch ermöglicht. Er gehört selbst den Wirtschaftsjunioren an und führte die Besuchergruppe gemeinsam mit Werksleiter Dr. Holger Eggers durch die Fabrikationsanlagen. Dort hat sich seit den Zeiten der Werra Plastic grundsätzlich wenig geändert. Produktionsmethoden wurden weiterentwickelt, es wird effektiver gearbeitet. Und umweltschonender als einst. „Wir benötigen in zahlreichen Anlagen, die wir hier haben, deutlich weniger Energie als früher", erklärte Dr. Eggers, der zuvor ein RKW-Werk in Skandinavien geleitet hatte, bevor er ins Werratal kam. Der Werksleiter konnte mit Zahlen und Fakten beeindrucken. 325.000 Tonnen Kunststoff-Folien produziert RKW in guten Jahren, davon über 25.000 Tonnen in Philippsthal. Derzeit ist es etwas weniger – die Konjunkturdelle macht auch vor dem Folienproduzenten nicht Halt. Momentan wird in Philippsthal noch kurzgearbeitet; bald soll jedoch wieder voll und in allen Schichten produziert werden. Seitdem RKW Werra Plastic übernommen hat, arbeitet das Werk in Philippsthal wieder profitabel. 125 Mitarbeiter sorgen für 44 Millionen Umsatz im Jahr. Insgesamt gehören 18 Standorte zur RKW, die weltweit 2.700 Mitarbeiter beschäftigt und ihren Sitz in Frankenthal hat. Der Gesamtumsatz bei RKW: 650 Millionen Euro pro Jahr. Damit liegt das Werk Werra über dem Durchschnitt aller RKW-Standorte. Produziert werden von den Kunststoff-Formgebern in Philippsthal Folien für die Landwirtschaft, z.B. für Silage-Abdeckungen, Baufolien, Dampfsperrfolien sowie die verschiedensten Abdeckfolien. Das Besondere: Von wenigen Mikrometern bis zu zweieinhalb Millimeter Folienstärke können die Philippsthaler alles. Dr. Eggers scherzhaft: „Mit unseren dicksten Produkten können Sie theoretisch auch ein Dach eindecken, so stabil sind diese Folien."
» Aus kleinen Kunststoff-Körnchen („Granulat") wird in Extrudern Kunststoff-Folie geblasen (großes Bild). Werksleiter Dr. Holger Eggers mit einem Teil der Wirtschaftsjunioren (kleines Bild).
Autor D.Lorey/Klartext Bad Hersfeld